2026-01-01
CDU Austritt
Liebe Unionsfreunde,
die vergangenen Monate waren für mich eine schwere Zeit:
Seit dem aus meiner Sicht zutiefst enttäuschenden Verhalten unseres Bundeskanzlers Friedrich Merz nach der Bundestagswahl ringe ich jeden einzelnen Tag mit mir, ob ich noch mit gutem Gewissen Teil unserer CDU sein kann.
Es schmerzt mich, das überhaupt aussprechen zu müssen. Doch was mich besonders getroffen hat, war die Haltung unserer Parteispitze in einer der dunkelsten Stunden für das israelische Volk. Wenn ein CDU-Außenminister von „Zwangssolidarität“ spricht und der Bundeskanzler Waffenlieferungen an Israel aussetzt, dann frage ich mich, wo unser moralischer Kompass geblieben ist. Dass man erst später erkennt, wie sehr wir auf Israel angewiesen sind, macht es nicht besser – im Gegenteil, es offenbart eine Orientierungslosigkeit, die mich tief beunruhigt.
Seit Jahren kämpfe ich mit Herzblut für das Deutsch-Israelische Jugendwerk im Landkreis Bautzen. Es stand im Koalitionsvertrag, es war vorbereitet, es gab Zustimmung von allen Seiten – und doch wurde es am Ende vom eigenen Ministerpräsidenten fallengelassen. Nach unzähligen Gesprächen, Hoffnungen und Versprechen blieb nur Ernüchterung. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass er im Gazakrieg selbst nicht wusste, wofür er stehen will – und dass diese Unentschlossenheit am Ende stärker war als jedes Argument.
Auch mein Einsatz für ein israelisches Trinkwassersystem in der Oberlausitz – ein Projekt, das unsere Region zukunftssicher machen sollte – verpufft inzwischen. Und wenn schließlich CDU-Mitglieder in Pulsnitz sogar bereit sind, eine öffentlich gewidmete Straße so umzuwidmen, dass das Bibelland Oberlichtenau nicht mehr im öffentlichen Interesse ist, dann frage ich mich, was vom „C“ in unserer Partei überhaupt noch übrig ist. Es bricht mir das Herz, das sagen zu müssen.
Heute nun die Neujahrsansprache des Bundeskanzlers: kein Wort der Entschuldigung, kein Eingeständnis unserer Fehler, kein Hinweis auf Gottes Segen. Für mich war das der Moment, an dem ich innerlich wusste: Ich muss für mich selbst Klarheit schaffen. Ich kann nicht länger
schweigen, nicht länger hoffen, dass sich etwas ändert, während ich mich selbst dabei verliere.
Darum teile ich – fünf vor zwölf, im wahrsten Sinne des Wortes – mit, dass ich mit Wirkung zum 31.12.2025 aus der CDU austrete. Es ist ein Schritt, der mir weh tut, weil ich in vielen Wahlkämpfen für mich und andere Parteifreunde für unsere Programme aus tiefster Überzeugung eingestanden bin. Aber es ist ein Schritt, der für mich notwendig geworden ist.
Von ganzem Herzen tut es mir leid, dass ich mit diesem Schritt Parteifreunde wie unseren ehemaligen Landrat Michael Harig, unseren neuen Landrat Udo Witschas und Matthias Grahl enttäusche und zurücklasse.
Als Widerstandskämpfer in der ehemaligen DDR weiß ich, was ich einer Helmut-Kohl-CDU zu verdanken habe – nämlich die Deutsche Einheit und dass ich als Wehrdienst-Totalverweigerer nicht im Kommunistenknast gebrochen wurde. Jedes Kuscheln mit linken Ideologien führt unsere friedliche Revolution ad absurdum.
Anders als unser Bundeskanzler, wünsche ich euch Gottes Segen in 2026
Maik S. Förster, CDU-Kreisrat a.D.
Mühlweg 22
01896 Pulsnitzu OT Oberlichtenau