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2011-03-09

Es ist die schlechteste Strasse im Lankreis (Sächsische Zeitung - Kamenz)

Seit zwei Jahrzehnten kämpft Pulsnitz um den Ausbau der Staatsstraße 104 Richtung Königsbrück. „Seit 20 Jahren werden die Bürger im Unklaren gelassen über den aktuellen Planungsstand“, kritisiert Stadtrat Maik Förster. Seine Schreiben an die Straßenbaubehörde in Meißen seien meist unbeantwortet geblieben. Mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde wandte sich der Rat jetzt auch an das sächsische Wirtschaftsministerium. Und er will schon seit längerem die Verantwortlichen zu einer Bürgerversammlung nach Pulsnitz holen, damit das „Bürger verdummende Spiel“ ein Ende hat. Dort sollen sie vor den Leuten Rede und Antwort stehen, wie es um den Ausbau steht. Insgesamt geht es um eine rund drei Kilometer lange Strecke zwischen den Bahngleisen an der Königsbrücker Straße in Pulsnitz und dem Ortseingang von Oberlichtenau.

Der Baustart für den ersten Abschnitt von rund 350 Metern ist jetzt greifbar, das Geld laut Freistaat freigegeben. Warum wollen Sie die Verantwortlichen immer noch nach Pulsnitz holen, um Druck zu machen?

Das ist zunächst prima. Jedoch handelt es sich hier nur um den ersten Bauabschnitt zwischen Bahnübergang und Ortsausgangsschild Richtung Friedersdorf. Es sind aber noch zwei weitere Abschnitte zu bauen: Der zweite zwischen den Ortseingangsschildern von Pulsnitz und Friedersdorf. Der dritte Abschnitt durch ganz Friedersdorf bis Oberlichtenau.

Wie sehen Sie derzeit die Aussichten, dass es schnell mit dem Bau weitergeht?

Die sind eher trübe. Für den zweiten Abschnitt wurde vom Straßenbauamt Meißen-Dresden ein Vorentwurf erarbeitet. Dieser beinhaltet den Ausbau der Staatsstraße und einen begleitenden Geh- und Radweg. Aus Sicht des Naturschutzes ist dieser Bereich sehr sensibel – zum Beispiel den Hartbachteich mit Bibern. Hier sind komplizierte bauliche Lösungen nötig. Ein langwieriges sogenanntes Planfeststellungsverfahren ist unumgänglich geworden. Vom dritten Abschnitt ist überhaupt noch keine Rede. Wobei hier zu überlegen wäre, diesen vor Abschnitt zwei in Angriff zu nehmen.

Was versprechen Sie sich von einer Bürgerversammlung?

Damit die Bürger über den aktuellen Sachstand endlich genau Bescheid wissen, müssen die Verantwortlichen der Straßenbauämter Bautzen und Meißen Rede und Antwort stehen. Die Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, wie lange die Straße als Gefahr für Leib und Leben noch in diesem Zustand bleiben soll und was vor Ort durch die Verantwortlichen getan werden kann, den Ausbau besonders des Abschnittes drei voranzutreiben.

Was ist an der Straße so katastrophal?

Die Straße ist seit Jahren so enorm gefährlich, weil die unbefestigten Ränder durch die hohe Belastung seitlich und nach unten nachgeben. Pflastersteine klaffen auseinander, stehen kreuz und quer. Dies macht es besonders für Fahrradfahrer und Fußgänger gefährlich. Ich spreche vom Risiko zu stürzen. Bei den Kraftfahrzeugen ist es eine Herausforderung für Radaufhängungen und Stoßdämpfer. Auf Höhe der Gebäudereinigung Richter ist die Straße eingebrochen. Hier gibt es seit Jahren eine halbseitige Sperrung. Da ich viel im Kreisgebiet herumkomme, behaupte ich, dass es die schlechteste Straße im gesamten Landkreis ist.

Gespräch: Reiner Hanke