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2009-06-17

Rathaus wird bald umgekrempelt (Sächsische Zeitung - Kamenz)

Von Reiner Hanke
Im feinen schwarzen Zwirn eröffnete der Pulsnitzer Bürgermeister Peter Graff (FDP) Montagabend die letzte Rats-Sitzung der Wahlperiode. Für den Rathauschef eine ganz besondere: Nach der Bürgermeisterwahl im März und einigem bürokratischen Prozedere wurde Graff jetzt in seinem Amt vereidigt. Er setze auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem Rat und wolle „für das Wohl der Stadt kämpfen“, so Graff.

Dafür sollen in den kommenden Monaten auch die Rathausstrukturen umgekrempelt werden. Schlanker müsse die Verwaltung werden, trotzdem leistungsfähiger und bürgerfreundlicher. Alle Aufgaben der Mitarbeiter sollen genau beschrieben und letztlich leistungsbezogen honoriert werden. Einen Spareffekt verspricht sich der Bürgermeister ebenfalls. Verglichen mit dem Richtwert des Freistaates habe die Stadt zu viel Personal. Um 4,5 Stellen geht es dabei und Kosten von jährlich 200000 Euro, die gespart werden könnten.

Der personelle Umbau eines Rathauses sei nicht allein zu bewältigen, so Graff. Entstehen sollen „gesunde und dauerhafte Strukturen“. Deshalb holte der Rat jetzt Fachleute ins Haus, eine Kommunalberatungsfirma mit dem Namen Heyder und Partner. Deren Geschäftsführer Norbert Kranz hatte sich anhand von Unterlagen bereits ein erstes Konzept für die künftige Verwaltungsstruktur erarbeitet. Ob tatsächlich zu viel Personal in der Verwaltung beschäftigt sei, müsse für Pulsnitz im Einzelnen geprüft werden, so Kranz. Ein schneller Spareffekt sei eher nicht zu erwarten.

Der Experte empfiehlt für eine Stadt von Pulsnitzer Größe die Zahl von drei auf zwei Ämter zu reduzieren. Damit entfällt eine Leitungsebene. Fachdienste und Sachgebiete hätten genug Schlagkraft. Die sollen allerdings auch neu sortiert werden. Dabei schwebt dem Fachmann eine Zentralverwaltung vor, die sich um sämtliche internen Aufgaben kümmert. Ein zweiter Fachbereich mit dem Titel Bürger und Bauen könnte Teile des Bau- und Hauptamtes verknüpfen. In der neuen Struktur sollen auch neue Arbeitsbereiche geschaffen und damit Schwachstellen behoben werden. Zum Beispiel in der Wirtschaftsförderung. In den kommenden Monaten wollen die Experten nun die Rathausarbeit durchleuchten und alle Mitarbeiter interviewen. Das lässt sich die Stadt 18000 Euro kosten.

Ein paar Irritationen gab es vor der Ratssitzung beim Personalrat. So schwelte der Verdacht, dass schon jetzt die ersten Personalveränderungen beschlossen werden sollten. Diese Sorge räumte der Bürgermeister am Montag aus und erklärte: Selbst die Reduzierung der Ämter sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht sicher. Diese Aussage stehe allerdings im Widerspruch zum Beschlusstext, so Jürgen Meyer (CDU). Der sei bereits auf die Zwei-Ämter-Struktur fixiert. In einer neuen Fassung wird das Ergebnis der Analyse durch die Experten nun offen gelassen. Die können nun mit einem Ratsbeschluss in der Tasche loslegen.